• Olivia Köhler

Gedanken zu diesem Frühling

Wenn ich jetzt zurückblicke, ist es mir klar ... Ende März, als ich anfing, gezielt in die Jahreszeit des Frühlings hineinzuspüren, dachte ich an diesen Energieausbruch und das Glück und alles, was damit verbunden ist. All die Positivität verbreitenden Gedichte und Lieder und diese allgemeine Vorstellung von Frühling, die es da draußen gibt.


a abstract graphic collage that expresses my feeling about spring in Berlin
(c) Atelier Bingo

Als ich in mich hineinfühlte, fühlte ich mich eher irritiert, missmutig und ungeduldig. Ich konnte mich mit keiner der oben genannten so offensichtlichen Qualitäten des Frühlings verbinden. Das Wetter war kalt und ganz und gar nicht frühlingshaft hier in Berlin. Ich fühlte mich in der Stadt gefangen zwischen grauen urbanen Strukturen und nicht viel Grün und Blumen. Ich war verwirrt.


ch schrieb dieses Elfchen (ein Gedicht mit einem vorgegebenen Muster von 1 Wort, dann 2, dann 3, dann 4, dann 1) als Teil der Spring Exploration Practice, die ich zusammen mit Primitivkollektiv anleite.


spring

can’t wait

I feel impatient

shouldn’t I be happy

surrender


Das Problem ist, dass ich damals im März angefangen habe, mich mit meinem denkenden Verstand in die Jahreszeit hineinzufühlen - und nicht einfach mit meinem Körper und ohne zu urteilen die neue Jahreszeit zu spüren. Daher entstand diese Lücke.Je mehr ich mich von meinem Verstand zu meinem Körper bewegte, vom Denken zum Beobachten und Sein - desto mehr konnte ich mich dem hingeben, was ist. Je mehr ich mich von meinem Verstand zu meinem Körper bewegte, vom Denken zum Beobachten und Sein - desto mehr konnte ich mich dem hingeben, was ist. Sich hingeben - eine gute Übung für so viele Bereiche unseres Lebens.


Eine Zeit des Übergangs


Ich begann auch, den April als einen Monat des Übergangs zwischen den Jahreszeiten zu betrachten. Vom Winter und allem, was war - zum Frühling, einer Jahreszeit mit so viel potentieller Energie. Die wenigsten von uns fühlen sich mit dem Übergang wohl, denn er bedeutet, das Bekannte hinter sich zu lassen, auch wenn das Bekannte nicht mehr das ist, was wir wollen, und sich etwas Unbekanntem zuzuwenden, auch wenn dies all unsere derzeitigen Absichten und Wünsche birgt.


Lass dich von jeder Jahreszeit immer wieder aufs Neue überraschen, jedes Jahr. Jeder Frühling fühlt sich vielleicht ein bisschen anders an. Manchmal braucht es auch eine Art Chaos, bevor ein Gefühl der Klarheit die Bewegung wieder in die richtige Richtung lenkt. Lass dich von dem leiten, was du fühlst, und nicht von dem, was dein Verstand dir sagt, was du fühlen oder tun solltest.


Wie hast du den Frühling bisher erlebt? Was hast du gespürt und gefühlt? Was hat sich gezeigt?